Der Ehrenvorsitzende in der Presse

Otto Wulff: Politik darf Wissen der Älteren nicht ausblenden

05.03.2025, 12:33 Uhr • Lesezeit: 1 Minute

Von Martin Korte

Otto Wulff (CDU) verfügt tatsächlich über einen gewaltigen politischen Erfahrungsschatz. Dieses Bild zeigt ihn mit dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (links).

Otto Wulff (CDU) verfügt tatsächlich über einen gewaltigen politischen Erfahrungsschatz. Dieses Bild zeigt ihn mit dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (links).© Privatsammlung Wulff | Otto Wulff

Iserlohn. Er hat Adenauer noch persönlich gekannt. Jetzt appelliert Otto Wulff an die Politik, den Erfahrungsschatz der Älteren mehr zu nutzen.

Der Ehrenvorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, hat vor dem Hintergrund der Bildung einer neuen Bundesregierung davor gewarnt, das Wissen und den Erfahrungsschatz älterer Mitbürger in der politischen Debatte auszublenden. „Lebenserfahrung und Klugheit der Älteren spielen für die Zukunft unserer Gesellschaft eine große Rolle, insbesondere im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Das muss auch nach außen deutlich werden“, sagte Wulff der WESTFALENPOST. Vor allem die Hochbetagten hätten die katastrophalen Auswirkungen der Nazi-Zeit noch vor Augen. „Deshalb sollten die Jüngeren auf ihren Rat hören“, sagte der 92-Jährige. Das gelte angesichts des Erstarkens der AfD mehr denn je.

Zum Erfolg der CDU bei den jüngsten Bundestagswahlen hätten vor allem die älteren Wähler beigetragen; die Wahlbeteiligung sei in dieser Altersgruppe besonders hoch gewesen, betonte der Politiker aus Iserlohn. Das dürfe nun nicht vergessen werden. „Früher war die Stimme der Älteren deutlicher zu hören als heute“, sagte Wulff. Zwar verkörpere auch der CDU-Vorsitzende und wahrscheinlich kommenden Bundeskanzler Friedrich Merz (69) einen großen Erfahrungsschatz, wichtig sei jedoch, dass auch die Basis diesen Anspruch widerspiegele. An die Jüngeren appellierte Wulff, sich mehr für Gesellschaft und Politik zu engagieren. „Sie sollten nicht warten, bis sie gefragt werden, sondern selbst aktiv werden, um etwas zu verändern“, sagte er.